Im Vergleich: Europäische Geschenke an Käufer von E-Autos

Geht es um finanzielle Anreize beim E-Auto-Kauf, ist Deutschland Schlusslicht. - Foto von: © Picture-Factory - Fotolia.com

Geht es um finanzielle Anreize beim E-Auto-Kauf, ist Deutschland Schlusslicht. - Foto von: © Picture-Factory - Fotolia.com

Nirgendwo sonst in Europa ist der staatliche Kaufanreiz für Elektroautos so gering wie in Deutschland. In anderen Ländern sind die Steuergeschenke dagegen großzügig. Das zeigt eine Berechnung des International Council on Clean Transportation (ICCT).

Beispiel VW Up und e-Up: Deutschland ist Schlusslicht

Die Analyse der unabhängigen Forschungsorganisation fokussiert sich dabei wegen der komplizierten Anreizsysteme nicht auf die reine Fördersumme von Elektroautos, sondern auf den Endpreis für den Kunden. Am Beispiel des Volkswagen Up und dem Elektrobruder e-Up wird deutlich, wie differenziert die jeweiligen Länder bei der Finanzierung von Elektromobilität umgehen.
In Frankreich zum Beispiel gibt es beim Kauf eines e-Up vom Staat 7 000 Euro, für den Kauf eines „normalen“ VW Up gibt es (wegen der niedrigen CO2-Emissionen) aber auch noch 2 000 Euro bezuschusst. Das ergibt auf den ersten Blicken einen Preisvorteil von 5 000 Euro für das E-Auto. Doch der Eindruck täuscht. Denn: Weil der e-Up deutlich teurer ist, zahlt ein Käufer auch eine um 2 610 Euro höhere Mehrwertsteuer an den Staat. Bezieht man das in den Preisvorteil mit ein, reduziert sich die staatliche Förderung auf 2 390 Euro. Am Ende bleibt eine Preisdifferenz von 10 925 Euro zwischen Up und e-Up. In Deutschland liegt sie bei 15 765 Euro – damit ist die Bundesrepublik im europäischen Vergleich Schlusslicht.

Norwegen als „E-Auto-Eldorado“

In Norwegen ist die Mehrwertsteuer sogar Teil des Fördersystems: Käufer eines e-Up wird sie zusammen mit der Zulassungsgebühr komplett erlassen. So ergibt sich ein Vorteil von fast 7 000 Euro. Im Endergebnis liegt die Differenz zwischen dem VW Up (17 643 Euro) und dem e-Up (24 048 Euro) in Norwegen bei knapp 6 500 Euro. Der geringste Abstand in ganz Europa!
Auch andere skandinavische Länder unterstützen den Kauf von Elektroautos kräftig: So liegt die Förderung in Dänemark zum Beispiel bei 6 049 Euro, in Schweden bei 4 921 Euro.
Der deutsche Staat befreit E-Autos zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer. Im Falle des e-Up bedeutet dies eine Ersparnis von 200 Euro. Weil der Staat aber über die Mehrwertsteuer beim Kauf eines e-Up im Vergleich zu einem Benzin-Up zusätzlich 2 450 Euro verdient, bleiben für den Fiskus nach Abzug der 200 Euro immer noch 2 250 Euro Gewinn.
Nicht nur deshalb fordert Tesla-Motors-Gründer Elon Musk erst kürzlich im ZDF, einen stärkeren finanziellen Rückenwind vom Staat in Deutschland von drei bis vier Jahren. Es bleibt abzuwarten, ob die Bundesregierung dem nachkommt. Wohl eher nicht …

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