Lada Granta – Günstig, aber gut?

Der Granta gehört leider nicht zu den Topkandidaten - Foto von: © matanza.de - Fotolia.com

Der Granta gehört leider nicht zu den Topkandidaten - Foto von: © matanza.de - Fotolia.com

Der neue Lada Granta kann mit einigen Neuerungen und Verbesserungen aufwarten. Jedoch wurden längst nicht alle Schwächen der Vorgänger ausgeräumt. Es ist fraglich, ob sich der Granta gegenüber der starken Konkurrenz im Kleinwagen-Segment durchsetzen kann. Zu verlockend ist der günstige Preis des Sanderos oder des Logan MCV.

Schlicht und bodenständig 

Bislang gehörten ESP und Isofix-Kindersitzhalterungen nicht zur Ausstattung von Lada. Dies ist beim neuen Granta nun anders. Zudem ist der strenge Plastikduft des Neuwagengeruchs verschwunden.

Die Schlichtheit, die für Lada-Autos irgendwie typisch ist, findet sich auch im Innenraum des 4,26 Meter langen Kleinwagens wieder. Ein einfaches Schwarz und harter Kunststoff dominieren die Optik des Innenbereiches. Lediglich die silberfarbenen Zierringe der Rundinstrumente in der Anzeigetafel sorgen für etwas Abwechslung. Auch der kleine Bordcomputer ist schlicht gehalten.

Dem Schlichtheits-Credo folgt auch die Karosserie des Granta. Die kleinen Einkerbungen links und rechts am Heck sind da noch am auffälligsten. Doch diese Schlichtheit bringt auch einige Vorzüge mit sich, so wirken die Fensterflächen sehr groß und der Kofferraum, der 480 Liter fasst, ist für ein Kleinwagen ziemlich geräumig. Außerdem lässt sich der Stauraum noch vergrößern, wenn die Sitzbank umgeklappt wird. Wem das noch nicht genug ist, der kann die Sitzfläche gleich ganz herausnehmen.

Bei näherer Betrachtung des Kofferraums werden dann wieder die Lada-typischen „Mängel“ sichtbar. Das mechanische Gestänge des Öffnungsmechanismus ist zu erkennen und auch sonst ist das Blech des Kofferraumdeckels nackt.

Angenehmer Fahrkomfort

Ein Acht-Ventil-Einspritzer und die 64 kW (87 PS) des 1,6-Liter-Motors sorgen für ausreichend Power, um genügend Fahrfreude zu ermöglichen. Das leichtgängige Getriebe lässt es zu, bereits bei etwas mehr als 50 km/h in den fünften Gang zu schalten. Überholmanöver lassen sich leicht ausführen und man braucht sich nicht zu verstecken. Jedoch hat der Granta eine unverkennbare Traktionsschwäche.

Wer es bei der Autobahn-Fahrt mit Tempo 130 km/h eher ruhig mag, wird bei Lada nicht glücklich werden. Denn wie viele Modelle des russischen Autobauers entwickelt sich auch beim Granta das Geräuschniveau ab 3500 Umdrehungen zu einem unangenehmen Lärmpegel.

Holprige Pisten wiederum sind für den Granta keine großen Herausforderungen. Das eine oder andere Schlagloch steckt der Wagen sehr gut weg.

Der Granta ist durchaus eine Weiterentwicklung und besser als der Priora. Doch die Konkurrenz, die 2000 Euro (Sandero) bzw. 1000 Euro (Logan MCV) günstiger ist, werden dem Granta zu schaffen machen. Dessen Basispreis beträgt immerhin knapp 9000 Euro.

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